Der Mensch züchtete sich einst diese vierbeinigen Helfer, ohne die er vermutlich die arktischen Regionen kaum je zu seiner Wohnstätte gemacht hätte. Die nordischen Hunde wurden von dieser Arbeit
in ihrem ureigensten Lebensraum tiefgreifend geprägt. Ihre Anspruchslosigkeit, Härte und Widerstandskraft ist legendär und ihr waches Interesse an den Ereignissen in ihrer Umwelt macht sie zu
schnellen und perfekten Jägern. Inhaltsreiche und abwechslungsreiche Arbeit, auch wenn sie anstrengend ist, scheint ihnen sinnvoll, speziell wenn sie einen wesentlichen Teil ihrer Aufgabe
selbstständig, ohne viel Dazutun durch den Menschen, zu lösen haben. Darum ist diese Sportart in keiner Weise eine Tierquälerei wie Unkundige das manchmal meinen. Die sportlichen Aktivitäten
dienen dem Zweck, die Schlittenhunde artgerecht zu halten und für einmal erhalten die Zuschauer einen Einblick, wie die Nordischen Hunde auch noch heute noch den Nomanden in Sibirien und den
Inuits in Alaska oder Grönland wertvolle Dienste leisten.
Die Schlittenhunde wären allein der Natur überlassen noch immer absolut überlebensfähig, wenn sich ihnen nicht die Technik (Verkehr etc.) in den Weg stellen würde. Diese Selbstständig- und
Denkfähigkeit unterscheidet die Schlittenhunde daher wesentlich von den bekannteren Familien- und Gebrauchshunden. So gehorchen sie nur, wenn sie selbst einen für sie vernünftigen Grund darin
sehen und sie lassen sich auch zu nichts zwingen. Das ist mit ein Grund, weshalb die erzieherischen Massnahmen für die Schlittenhunde sehr viel Geduld, Liebe und Verständnis erfordern, denn
ihre eigenen Interessen haben bei ihnen immer Vorrang. Zwar haben auch sie eine Beziehung zu den Menschen, aber erst in zweiter Priorität, die erste gilt allein dem sozialen Gefüge in ihrem
eigenen Rudel. Wer einen Hund möchte der aussieht wie ein Schlittenhund aber gehorcht wie ein "Retriever", sollte die Hände von den Nordischen Hunden lassen. Er wäre ein Hundeleben lang
enttäuscht und der Hund ein Leben lang unglücklich.
Noch etwas unterscheidet die Nordischen von den anderen Hunden, mit ihrem Haarkleid fühlen sie sich auch ausserhalb der Rennaktivität in derKälte absolut wohl. So sind sie in der Lage, bei
Kälteeinbrüchen ihre Unterwolle innert 3 Tagen weiter aufzubauen oder in wärmeren Jahreszeiten ihre gesamte Unterwolle innert drei bis vier Wochen einfach abzustossen.
Und wenn sie ähnlich wie ein Wolfsrudel in einen gemainsamen Heulchor einstimmen geht das ebenfalls auf die Evolution zurück, denn Untersuchungen ergaben einen höchst pragmatischen Grund für ihre
Vorliebe, indem sie die Töne variieren, gibt sich das Rudel den Anschein einer grösseren Anzahl. Doch neben allen ernsten Gründen scheinen sie aber nur Spass am Heulen zu haben.
Schlittenhunde zu halten ist eine Philosophie. Sie zu halten ist spannend und faszinierend und man ist ständig gefordert. Denn Schlittenhunde sind noch echte Naturburschen und -damen, die für den
Schweizerischen Schlittenhundesport ein Erbe sind, das es zu wahren gilt.